Als Warmarbeitsstähle bezeichnet man im allgemeinen Werkzeugstähle, die bei ihrem Einsatz eine über 200°C liegende Dauertemperatur annehmen. Dieser Temperatur sind aus dem Arbeitsspiel herrührende Temperaturspitzen überlagert. Es kommt also durch die Berührung der Werkzeuge mit den heißen Werkstoffen während der Formgebung bei Warmarbeitsstählen zu den allgemein bei Werkzeugstählen auftretenden Beanspruchungen noch eine thermische dazu.
Gute Brandrissbeständigkeit wird deshalb von Warmarbeitsstählen gefordert, um damit die Bildung der netzförmig an der Oberfläche angeordneten Brandrisse als Folge der häufigen Temperaturwechsel im Oberflächenbereich möglichst lange zu verzögern.
Um Warmrisse, das sind Spannungsrisse, die besonders bei Werkzeugen mit tiefen Gravuren an Querschnittsübergängen und Kanten auftreten und zum Unterschied von Brandrissen tief in das Werkzeug reichen, zu vermeiden, müssen Warmarbeitsstähle auch gute Warmzähigkeit aufweisen.
Bei Werkzeugen, die hohen Beanspruchungen auf Schlag, Druck oder Zug in der Wärme ausgesetzt sind, muss besonderer Wert auf hohe Festigkeit bei der jeweiligen Arbeitstemperatur gelegt werden.
Wenn sich der Gefügezustand durch die Wärmeeinwirkung verändert, wird die Festigkeit bei Raumtemperatur und in der Folge auch die Festigkeit bei Gebrauchstemperatur vermindert. Hohe Warmfestigkeit und Anlassbeständigkeit sind deshalb Voraussetzung für die Formbeständigkeit.
Hoher Warmverschleißwiderstand ist notwendig, um ausreichende Standzeiten zu gewährleisten.
Geringe Klebneigung gegenüber den zu verarbeitenden Materialien, hoher Widerstand gegen Erosion, Hochtemperaturkorrosion und Oxydation sowie geringe Maßänderung bei der Wärmebehandlung, gute Zerspanbarkeit und unter Umständen gute Kalteinsenkbarkeit sind weitere Anforderungen, denen Warmarbeitsstähler entsprechen müssen.
Durch die Verwendung modernster Produktionsprozesse und einer kunden- und anwendungsorientierten Forschung & Entwicklung entstehen neue und verbesserte Werkstoffe mit besonderen Eigenschaftsprofilen.
Markenübersicht Warmarbeitsstahl
Ein Warmarbeitsstahl der neuesten Generation. Mit einer Arbeitshärte von bis zu 57 HRC bei einer Zähigkeit wie ein 1.2365 bei 52 HRC vereint dieser Stahl die besten Eigenschaften für maximale Standzeiten!
Hochharter Warmarbeitsstahl mit guter Zähigkeit, Anlassbeständigkeit und Wärmeleitfähigkeit.
Für Matrizen und Stempel in der Warm- und Halbwarmumformung, Werkzeuge für Schnellschmiedepressen (Hatebur), Strangpresswerkzeuge und Kaltarbeitsanwendungen mit hohen Zähigkeitsanforderungen. Einsatzhärte: 52-56 HRC
Mehr über Eigenschaften, Verwendung und Kombination aus hoher Härte und guter Zähigkeit von BÖHLER W360 ISOBLOC finden Sie im Werkstoffdatenblatt.