Strangpressen

[Warmarbeit]

Direktes Strangpressen

 

Das Direkt-Strangpressen ist das am häufigsten verwendete Verfahren, bei dem der zu verpressende Block vom Stempel in Richtung der Matrize gepresst wird. Die zwischen Block und Innenbüchse auftretende Reibung limitiert die Länge der Block aufnehmer. Da die Umformung des Pressgutes immer am matrizenseitigen Ende des Blockaufnehmers erfolgt, kommt es in diesem Bereich neben erhöhten Temperaturbelastungen auch lokal zu höherem Verschleiß, sodass ein sehr einseitiges Belastungsverhältnis auftritt.
Da dieses Verfahren das älteste Strangpressverfahren ist, findet man noch immer Blockaufnehmer, die keine geregelte Heizung aufweisen. Moderne Pressen sind aber auch trotz der kürzeren Blockaufnehmer mit zonengeregelten Widerstandsheizungen und teilweise auch mit Kühlungen ausgestattet

 

Indirektes Strangpressen

 

Das Indirekt-Strangpressen hat in den letzten Jahren eine größere Bedeutung erlangt. Da bei diesem Verfahren der Blockaufnehmer mit dem Block gegen den Hohlpressstempel gedrückt wird, entfällt die Reibung zwischen Block und Innenbüchse, wodurch ein geringerer Kraftbedarf besteht und den Bau sehr langer Blockaufnehmer ermöglicht. Die daraus resultierenden längeren Presszeiten führen aber zu höheren
thermischen Belastungen der Blockaufnehmerkomponenten.
Da das Pressgut durch die Stempelbohrung ausgebracht wird, limitiert der Bohrungsdurchmesser die Abmessungen des Pressgutes. Um dennoch ein möglichst weites Erzeugungsprogramm zu gewährleisten, werden die Hohlstempel meist mit großen Bohrungen versehen, was eine hohe Druckbelastung der Stempel verursacht und eine sorgfältige Materialwahl erfordert. Da der Großteil der Pressen mit Blockaufnehmern
länger als 1200 mm ausgestattet sind, gehören eine Mehrzonenheizung und Kühlung zur Standardausrüstung.

 

BW030_Edelstähle und Werkzeuge für Rohr- und Strangpressen

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